GYMNASIUM ECKENTAL

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Das Märchenbuch der 5. Klassen

Am 28. Juli wurde im Rahmen des Sommerfestes das ,,Eckentaler Märchenbuch’’ an die Schüler der 5. Klassen übergeben.

Womöglich könnte man sich die Frage stellen, ob denn die Beschäftigung mit Märchen auf dem  Gymnasium noch altersgerecht sei, wähnt man die ,,großen’’ Schüler  dem Märchenalter und dem Glauben an Prinzen und Prinzessinnen längst entwachsen. Lehrer könnten da leicht auf den Lehrplan verweisen, schließlich fordert dieser die Auseinandersetzung mit epischen Kleinformen, zu denen eben auch Märchen gehören. Unser Projekt hat gleichwohl gezeigt, dass die Begeisterung und Faszination für diese literarische Gattung jenseits schulischer Notwendigkeit ungebrochen ist und sich die Schüler durch ihre produktive Auseinandersetzung mit Märchenmotiven in eine Vielzahl von Autoren, seien es nun ,,ernsthafte’’ Schriftsteller oder nicht weniger ,,ernsthafte’’ Karikaturisten  einreihen, welche die traditionellen Strukturen aufgreifen und variieren. Jede unserer fünften Klassen hat sich dabei einen eigenen thematische Schwerpunkt gesetzt, mal geht es um ,,Märchen aus fernen Ländern’’ oder auch ,,Grimms Märchen mal ganz anders’’.  Die Konzeptionen entstanden im Deutschunterricht, Schreibpläne, Ideen und Möglichkeiten der Umsetzung wurden dort thematisiert und natürlich intensiv diskutiert. Auf diese Weise fand im Klassenrahmen eine vertiefte gestalterische Auseinandersetzung mit den individuellen Themen der Schüler statt.

Zu dem Projekt gehörte auch die Zusammenarbeit mit dem Institut für Buchwissenschaft in Erlangen bzw. Nürnberg. So besuchten uns Mitarbeiter der Universität in der Schule, um ein erstes Gemeinschaftsgefühl von Uni und Schule zu vermitteln und allgemeine Zusammenhänge bei der Entstehung von Büchern darzustellen. Als Exkursion besuchten wir dann selbst die Universität, und so saßen Fünftklässler, kaum am Gymnasium angekommen, schon auf den Bänken eines Hörsaals. Seitdem wird im Unterricht nicht mehr applaudiert, sondern geklopft! In einer altersgemäßen Darbietung, in der Dozenten ihr schauspielerisches Talent offenbarten, wurden nochmals die Zusammenhänge bei der Entstehung eines Buches speziell aus Sicht eines Autors, in diesem Fall des Schülers, vertieft.  

Unsere Märchen übergaben wir zusammen mit den handschriftlichen Illustrationen an Heike Schütz, welche uns in ihrer Funktion als Lesepädagogin unterstützte und als Bindeglied zum  Verlag wirkte.

Am Sommerfest konnte das Werk dann endlich an alle Schüler ausgehändigt werden,  vielleicht als nicht unwesentlicher Bestandteil ihrer eigenen zukünftigen Bibliothek.

Peter Schmeling