Die Bedeutung des Coolrider-Projektes im Rahmen der pädagogischen Arbeit am Gymnasium Eckental
„Die Sachschäden in den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen eine Höhe von Millionen Euro, Tendenz steigend. Mit dem "Coolrider"-Projekt wird eine Lücke zwischen der VAG und der Polizei geschlossen und damit mehr Ordnung als bisher zur Sicherheit der Schüler in die Verkehrsmittel gebracht. Müller [Busunternehmen Müller] findet es verwunderlich, dass Sitze aufgeschlitzt und Glasscheiben zerkratzt werden, ohne dass den anderen Fahrgästen entsprechende Täter aufgefallen seien.“
Dieses Zitat zeigt das hohe Interesse an, das die Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs am Coolrider-Projekt schon allein aus finanziellen Gründen haben; nun sind unsere Schüler aber nicht in erster Linie dazu da, die Reduzierung des Aufsichtspersonals im Nahverkehr zu ersetzen, ein Problem, das bei der Gräfenbergbahn z. B. mittags nach Unterrichtsschluss besonders deutlich wird, wenn hier die Jugendlichen im Zug ohne erwachsene Fahrgäste weitgehend unter sich sind.
Für die Schule handelt es sich hier um ein ganz wertvolles pädagogisches Projekt, das die Aufmerksamkeit sowohl der beteiligten Jugendlichen als auch der ganzen Schule auf Fragen des Zusammenlebens richtet, besonders dort, wo unterschiedliche Ansichten im Handeln und in der Kommunikation die Gemeinsamkeit gefährden.
Und so ist die „Coolrider“-Gruppe mit ihren Erfahrungen zusammen mit dem Team der Streitschlichter für das Gymnasium Eckental eine wesentlicher Teil des größeren Projektes „Streitschlichtung und Zivilcourage“. Beginnend in 2002 gründete OStRin Lisa Wagner eine AG „Zivilcourage“ mit Schülern zunächst aus den Jgst. 9-11; die Mitglieder dieser Gruppe haben sich mit großem Erfolg im Einsatz bei Problemen in Klassen, Gruppen und Schülern bewährt.
Im Schuljahr 2005/2006 haben sich StRin Barkowski und OStRin Wagner in einem zweiwöchigen Seminar zu Streitschlichter-Ausbildern fortbilden lassen. Die AG-Zivilcourage und die AG Streitschlichtung wurden zusammengeschlossen, und seither gibt es für aufgeschlossene Schüler eine breite Basis für eine friedliche Konfliktregelung in allen Bereichen des Schullebens.
Neben dieser Intensivierung der pädagogischen Arbeit liegt ein großer Gewinn des „Coolrider“-Projekts auch in der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schülern des Gymnasiums und der Hauptschule, die auf der Ebene der Schulleitung und des Kollegiums schon gut realisiert wird.
So hoffen wir, dass von unseren „Coolridern“ ein Impuls ausgeht, der die Mitschüler zum Nachdenken und zum Mitmachen anregt und damit ein faires und aggressionsfreies Miteinander am Gymnasium Eckental verstärkt.
Dr. D. Käferlein, OStD a.D.

