GYMNASIUM ECKENTAL

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Wettbewerb für politische Bildung 2010

Die Jury der Bundeszentrale für politische Bildung war begeistert: Die Schülerinnen und Schüler Ethikgruppen der 6., 7., 9. Klassen und 10. Klassen am Gymnasium Eckental haben sich mit ihren Beiträgen zum Schülerwettbewerb nicht nur viel Arbeit gemacht. Ihre Themen „Straßennamen – nachgeforscht!“, „Treffpunkt? Lieblingsplatz“ und „Traumfabrik – Castingshow?“ hat sie offensichtlich intensiv beschäftigt und zu kreativen Höchstleistungen angespornt. Die Anstrengung brachte herausragende Plätze: Jeder Schüler der Gruppe der 10. Klassen erhielt ein Lexikon als CD-ROM und der 6. Jahrgangsstufe bescherte ihr Beitrag ein Bücherpaket.

Die Konkurrenz, gegen die sich die Eckentaler mit ihrem Beitrag durchsetzen konnten, war riesig. Mehr als 60.000 Jugendliche der 5. - 11. Jahrgangsstufen aus Deutschland und Österreich haben beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2010 mitgemacht. Über 3.000 im Team erarbeitete Projektergebnisse waren zu bewerten. Die Jury setzte sich aus Fachlehrkräften sowie Mitarbeitern einiger Kultusministerien zusammen.

Im Folgenden die Projektberichte der einzelnen Gruppen:

Ethik 9: Traumfabrik Castingshow: Germany’s Next Top Model

Dass wir beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung wieder mitmachen wollen, war sofort klar, nur das Thema war heiß umkämpft. Schließlich setzte sich die Castingshow gegenüber den Straßennamen durch. Wie wollten uns zunächst auf „Das Supertalent“ stürzen, entschieden uns letztendlich aber für eine Castingshow ohne Publikumsvoting, nämlich „Germany’s Next Top Model“.

Neben der Analyse dieser Sendung wollten wir aber vor allem selbst forschen. Natürlich findet man im Internet viele Artikel zu Heidi Klums Show, aber wir wollten uns ja ein eigenes Urteil bilden. Wir entwarfen eine Umfrage, um das Zuschauerverhalten zu ergründen, luden einen Schüler ein, der selbst schon gemodelt hat und surften nach Zahlen und Fakten im Netz.

Die bebilderte Dokumentation erschien uns als die technisch einfachere Variante, aber irgendwie war der Audiobeitrag doch auch sehr verlockend. Also auf in die nächste mediale Herausforderung! Das Cover zeigt Hannah und Julia aus unserer Gruppe, die auch ohne Starstylisten super aussehen!  Sie waren für den Schnitt des Audiobeitrages verantwortlich und führen auch mit ihren Kommentaren durch die Hörsendung.

Gewonnen haben wir Einsichten, Ergebnisse und technisches Know-how, aber leider keinen Preis…

Betreuende Lehrkraft: Ute Seidel

Projektbericht der Ethikgruppe 7. Klasse

Der Ethikunterricht dieses Schuljahres begann mit der Frage – welche Castingshow uns die Liebste sei. War das ein Thema für unseren Unterricht? Nach unserer ersten Verwirrung erfuhren wir den Hintergrund der Frage und waren damit bereits mitten im Projektthema.

Unser erstes Klassengespräch ergab, dass gar nicht alle Castingsshows schauen und dass die anderen sehr unterschiedliche Vorlieben haben. Für unsere Lehrerin war das eine Stunde Nachhilfe, da wir ihr erst einmal die Inhalte der einzelnen Shows erklären mussten.

Wir beschlossen uns für das Projekt mit den Shows „DSDS“ und „Popstars“ näher zu beschäftigen.

Ein Mitschüler hatte einige Folgen aufgenommen und so verbrachten wir einige Zeit mit fernsehen.

Vergnüglich war das nicht, wir mussten aufschreiben, wie mit den Teilnehmern gesprochen wurde, wie die Jury zu Urteilen kam, wie sie diese begründete und einfach alles, was uns auffiel. Außerdem unterbrachen wir die Aufzeichnung ständig, weil unserer Lehrerin meinte, wir müssen dies oder das ganz genau beachten… und während der Gesangsdarbietungen wurde vorgespult…

Danach haben wir unsere Beobachtungen immer wieder zusammengetragen und lange Listen geschrieben.

Zwischendurch haben wir immer wieder Artikel zum Thema bekommen, die wir gelesen und diskutiert haben (siehe Literaturliste)

Und dann ging es daran Argumente für und gegen die Teilnahme zu sammeln.

Für die Gestaltung des Beitrags haben wir .schließlich noch einen der Kunstlehrer, Herrn Bloß, gebeten uns zwei Figuren zu zeichnen.

In kleinen Gruppen haben wir dann jeweils eine Seite unsere Bildergeschichte gestaltet.

Und dann – schnell zur Post!

Betreuende Lehrkraft: Ulrike Deavin-Spindler

Foto: Jasmin Hirsemann, "Models": Julia Smollich, Hannah Kehrmann

Ethik-Gruppe der 10. Jahrgangsstufe: „Straßennamen – nachgeforscht!“

Für das Thema entschieden wir uns per Abstimmung, die nach längerer, hitziger Diskussion erfolgte. Welchen Straßennamen sollten wir nun nehmen? Auch hier fand ein intensiver Austausch statt, da jeder sofort einen Namen aus seiner Heimatgemeinde nannte. Letztendlich entschieden wir uns für die Straße, die an unserer Schule vorbeiführt, die Dr.-Otto-Leich-Straße. Niemand von uns wusste mehr über diesen Mann, als dass er irgendwann einmal Arzt in Eschenau gewesen ist. Auch unsere Lehrerin hatte nicht mehr Informationen, so dass dies unsere erste Aufgabe war: Hintergründe recherchieren über das Leben dieses Eschenauer Bürgers.

In der Gemeinde Eckental im Ortsteil Eschenau wohnt der Heimatforscher Fritz Fink, der sich telefonisch sofort bereit erklärte, zu uns in den Unterricht zu kommen und uns etwas über diesen bis dahin recht unbekannten Dr. Leich zu erzählen. Herr Fink tat das in einer so herzlichen Art und Weise, da er Dr. Leich noch selbst als Kind erlebt hatte, dass wir sehr beeindruckt waren. Mit seinen Unterlagen hatten wir den größten Teil unserer Materialien beisammen. Er hatte bereits vorgearbeitet, da er vor drei Jahren einen Artikel über diesen Arzt verfasst und dafür bei Familienangehörigen und im Nürnberger Archiv recherchiert hatte. All das stellte er uns dankenswerterweise zur Verfügung. Außerdem führten einige von uns Interviews mit älteren Menschen am Ort, die Dr. Leich noch persönlich erlebt hatten, oder machten Bilder vom Grab und in der Kirche vom Kruzifix. Insgesamt kamen nette Anekdoten zum Vorschein. So rundete sich das sehr positive Bild über Herrn Leich ab und wir wussten, wir hatten den Richtigen als Thema gewählt.

Auch bei der Gemeindeverwaltung fragten wir nach, die bestätigte, dass in einer Gemeinderatssitzung ohne Gegenstimme beschlossen worden war, die Straße in dem neuen Gewerbegebiet nach dem verstorbenen Arzt zu benennen. Diese Straße verbindet seit 2008 den Ort Eschenau mit der Umgehung der B 2. Sie ist kein Schmuckstück, aber für die Einwohner sehr wichtig, zumal auch an dieser Straße das Gymnasium Eckental liegt. Auf der Rückseite der Präsentation von Dr. Otto Leich finden sich Bilder von dieser Straße. Die Präsentation selbst betont die Güte und den hohen Einsatz von dem Arzt, den alle von uns nun mit anderen Augen sehen: unermüdlich behandelte er noch bei Bombenalarm im Krieg Verwundete, scherte sich während der nationalsozialistischen Herrschaft nicht darum, ob ein Patient Jude war, verlangte kaum ein Honorar bei den Armen, gab sich immer spendabel auf Kirchweihfesten, v.a. für die Kinder. Wir haben die Darstellung teils im Unterricht, teils außerhalb davon mit viel Freude angefertigt, da wir die unermüdliche Arbeit von Dr. Leich als Hausarzt und als Eschenauer Bürger somit auch für die Öffentlichkeit gewürdigt haben.

Außerdem haben wir uns gewundert, dass es so lange gedauert hat, bis ihm eine derartige Ehrung mit der Benennung einer Straße mit seinem Namen zuteil geworden ist.

Betreuende Lehrkraft: Elke Werrer